Gerne möchten wir Sie und Euch an diesem Rückblick eines geschätzten Besuchers auf ein Konzert im Dezember 2025 teilhaben lassen.
Es war überall zu spüren, ein besonderer Abend kündigte sich an. In der Küche roch es wunderbar, das Abendessen für die Künstler wurde gekocht. Im alten Stall, der heutigen Diele, wurde emsig vorbereitet, Getränke, Gläser, Servietten, Kasse, adventlicher Schmuck, alles musste an seinen Ort. Das Team Leck Huus, agierte eingespielt und Hand in Hand.
Manche waren zwei Stunden vorher da, sie hatten sich in der Uhrzeit geirrt.
Im Foyer war eine 7 Meter lange Tafel aufgebaut. Auf ihr stapelten sich gut sortiert alles an LPs und CDs was in knapp 30 Jahren produziert worden war.
Dazwischen besonderer Gin und leckerer Rharbarber, Aperetiv, selbst hergestellt. Eine Stunde vor Beginn wurde es sehr lebhaft und immer voller.
Die Musikkenner aus Südtondern und von weiter her, strömten herbei und versammelten sich erwartungsvoll vor der für die für 4 Musiker vorbereiteten Bühne. Viele trafen alte Bekannte, die sie sehr lange nicht gesehen hatten.
Dann wurde es ganz ruhig, wie an heilig Abend zuhause, kein Stuhl war mehr frei, selbst die Treppe war besetzt. Die vier Musiker aus dem Voralpenland, aus dem Chiemgau und aus Dinkelsbühl, aus dem tiefen Süden der Republik traten an ihre Instrumente und begannen zu spielen.
„Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost was kommen mag …“, der Text von Dietrich Bonhoeffer, in seiner Zelle 1945 kurz vor seiner Hinrichtung durch die Nationalsozialisten formuliert. Sie begannen mit einem vertonten Gebet, in dieser Zeit, in der ein Teil der Welt in Flammen steht, wir unsere Erde immer weiter zerstören und wirklicher Friede ferner ist denn je.
Übergangslos klang dann „Maria durch ein Dornwald ging“ durch den kleinen Saal bis hinauf auf die Empore. Akkordeon, Klarinette, Kontrabass und Konzertgitarre (als einzige leicht verstärkt), musizierten und zauberten mit kleinen Soli und Duetten eine rythmisch melodiöse Melange, die viele Ergriff.
So hatten sie dieses alte christliche Lied noch nie gehört, durchwoben von dem Ruf Kyrie Eleison – Herr erbarme dich!
Quadro Nuevo, vier hochbegabte Instrumentalmusiker auf Tournee – als Christenmenschen in dieser Zeit lebend. Ein einzigartiger, wohltuender Konzertauftakt in bedrängenden Zeiten.
In den folgenden Liedern und Musikstücken, teils selbstkomponiert, zeigten die vier Musiker Mulo, Andreas, Didi und Philipp ihr ganzes können. Mit großer Spielfreude improvisierten sie gemeinsam, gaben solistische Kostproben, (Mulo und Didi) erklangen wunderbare Duette, wurden Musikstile aus der weiten Welt miteinander verbunden. Kraftvolle Rythmen wechselten sich mit leichten Tänzen ab, manchmal klang es wie auf einem fernen Bazar.
Unterschiedliche Saxophone kamen zum Einsatz, Percussioninstrumente wie der Kontrabass und das Saxophon fanden ein neues Klangleben, die Halbakustische Gitarre erklang immer wieder mit wunderbaren Gitarrenläufen von Philipp, das Akkordeon ersetzte ein ganzes Orchester und im Bandoneon fand sich die ganze Klangwelt Lateinamerikas wieder, Andreas sei Dank.

Herbert, ein sehr guter Gitarrist aus der Region, der schon auf vielen Hochzeiten für gute Tanzmukke live gesorgt hat, saß in der ersten Reihe und bestaunte Philipp (den jüngsten Gitarrenprofessor in der BRD) und wie der seine „Schlangenfinger“ wie er sagte, über das Griffbrett tanzen ließ.
Es war ein Hochgenuss diesen begnadeten Musikern zu zuhören!
Besonders eindrückliche, fast zarte Momente entstanden, wenn einer von ihnen solistisch improvisierte und die anderen drei sich ihm neugierig zuwandten und ihm wohlwollend und lächelnd zuhörten und zusahen. Mit „Jesu bleibet meine Freude“ schloss sich der Kreis.
An diesem Abend hat ein Quartett mit exzellenten Solisten in Leck musiziert. Die Zuhörer waren begeistert und immer wieder ergriffen von der Kunstfertigkeit und dankten es mit langem Applaus, auch zwischendurch.
Danke dem Leck Huus , für diese Sternstunde im Advent.
Christoph von Stritzky, Klintum, Dez 2025



